Mensch und Biber
Obwohl der Biber Lebenraum meist fernab vom Menschen schafft, kommen der Mensch und der Biber immer Mal wieder direkt oder indirekt in Berührung. Was für Konflikte zwischen dem Biber und dem Menschen, aber auch welche Chancen existieren, kannst du hier nachlesen.

Eigentlich pflegen Menschen und Biber ein friedliches Zusammenleben, jedoch traten immer wieder Konflikte auf. Die ersten negativen Auseinandersetzungen zwischen Bibern und Menschen entstanden schon im frühen Mittelalter. Der Biber wurde aufgrund seines flachen und beschuppten Schwanzes als Fisch klassifiziert und durfte somit an Fastentagen gegessen werden. Auch die Jagd auf das Biberfell sorgte schon früh für die Ausrottung der Biber hier in Europa. Da der Biber durch seine Biberteiche die Äcker bewässerte und damit einen großen

Vorteil bot, erkannten wenige schon um das Jahr 1529, dass dieser geschützt werden müsste. Nachdem der Biber damals beinah ausgerottet war, kehrt er heute wieder zurück und bereichert unsere Natur. Der Biber wird heute nicht mehr verfolgt, jedoch sind sie in der Kulturlandschaft nicht immer willkommen. Durch ihre sehr aktive Lebensraumgestaltung kann es zu Konflikten mit Grundeigentümern kommen.

Da der Biber meist ein sehr friedliches Tier ist, sind Treffen zwischen ihm und dem Menschen meist ungefährlich, jedoch sollte man sich als Mensch von Bibern fernhalten. Doch manchmal verwirrt sich der Biber auch zu den Menschen. So kann eine Straßenüberquerung für den Biber schon zum großen Akt werden. Es kommt immer wieder zu Verkehrsunfällen, da sich der Biber an Land sehr langsam und in erster Linie in der Dunkelheit bewegt. Auch sind offene Kanalisationseingänge eine Gefahr für den Biber und den Menschen. Einerseits kann sich der Biber in die Röhren verirren, anderseits kann er diese auch als Biberbau umfunktionieren und somit die Rohre verstopfen. Damit diese Konflikte erst gar nicht entstehen, kann man einige Präventivmaßnahmen ergreifen. Welche Möglichkeiten einem in dem Zusammenhang offen stehen, kann man bei seinem örtlichen Naturschutzbund erfragen.

Der Biberdamm schafft für viele einen Lebensraum, jedoch kann die, durch den Damm entstehende, Überflutung auch Probleme verursachen. Nicht nur sterben Tiere und Pflanzen ab, die dem neuen feuchten Habitat nicht gewachsen sind, auch angrenzende Straßen, Äcker und Wiesen können überflutet werden und somit ein Problem darstellen. Um dem entgegen zu wirken, wird immer wieder Drainagne als Abflusssystem in der Nähe der von Biber bevorzugten Gebieten verbaut.Neben dem Biberdamm ist auch der Ausbau des Biberbaus wichtig. Da dieser meist auch unterirdisch abläuft kann es dazu kommen, dass an den Ufern der Boden nicht mehr allem standhält, weswegenEinbruchgefahr für Mensch und Maschine, die sich am Ufer aufhalten, besteht. Daher sollten vorsorglich, wenn möglich, Randbereiche von Gewässern nicht bewirtschaftet werden.

Konflikte


Das Hauptziel des Bibers ist keine Konflikte zu schaffen, sondern Chancen für sich und seine Stauteichbewohner zu schaffen. Dabei hat seine Arbeit nicht nur Vorteile für die Natur, sondern auch für uns Menschen. Durch das Schaffen neuer Lebensräume und Ansiedeln neuer Arten, renaturiert der Biber unsere Wälder und Flussgebiete. Somit kehren Tierarten, die wir Menschen einst verscheuchten, wieder in unsere Gebiete zurück. Auch die zahlreichen Pflanzen stärken unser lokales Ökosystem, wovon auch wir Menschen eindeutig profitieren. Am besten unterstützt der Mensch den Biber, wenn er ihn sein Handwerk ungestört ausführen lässt.

Chancen

Das heißt, dass wenn man einen Biberbau oder einen Damm sichten, diesen nicht verbessern oder zerstören, sondern einfach in Ruhe lassen sollte. Der Biber weiß ganz genau, wo noch Verbesserungsbedarf ist und bessert diese Stellen selbst aus. Sollte ein Biber in einer Stadt oder fernab von einem Fluss zu sehen sein, sollte dieser von Fachkräften zu seinem zu Hause zurückgebracht werden. Im Zweifelsfall lohnt sich bei einer Bibersichtung immer die Feuerwehr zu rufen, da diese dann Fachkräfte informieren können.